Diagnostik

von Prostataerkrankungen

Moderne Diagnostikverfahren spielen eine entscheidende Rolle bei der Detektion gut- und bösartiger Prostataerkrankungen. Sie ermöglichen die frühzeitige Erkennung und Einleitung einer geeigneten Behandlung.

Im Folgenden werden die Methoden von Labortests bis zu den bildgebenden Verfahren kurz dargestellt, um Ihnen einen Überblick zu geben, welche Untersuchungen im Allgemeinen bei Beschwerden der Prostata durchgeführt werden. Jede Methode zielt darauf ab, präzise Informationen zu liefern, um eine genaue Diagnose zu ermöglichen und einen individuell angepassten Behandlungsplan zu entwickeln.

Leistungen am OZB Onkozentrum Berlin

PSMA-PET/CT (-/MR)

Prostata-Tumorzellen verfügen über ein hohes Aufkommen des Eiweißes PSMA auf ihrer Zelloberfläche. Bei der PSMA-PET wird eine radioaktiv markierte Spürsubstanz in den Köper injiziert. Diese „findet“ das Eiweiß, haftet sich an und lässt es in den Aufnahmen aufleuchten. Zusammen mit der CT bzw. der MRT können dieses „Herde“ anatomisch exakt verortet werden. So kann man sehr präzise Aussagen über die Ausbreitung, die Größe und die Form der einzelnen Tumorentitäten machen. Dies bildet eine hervorragende Basis für die Wahl, die Durchführung und die Kontrolle verschiedener Therapien.

mpMRT

Die strahlungsfreie multiparametrische Magnetresonanztomographie (mpMRT) dient dazu, verdächtiges Gewebe sichtbar zu machen. Dazu werden zwei unterschiedlich gewichtete MRT-Sequenzen erstellt und diese dann zusammengeführt. Durch diese Information kann das Stadium der Erkrankung sicher festgestellt und die anschließende Gewebeentnahme (Biopsie) präzise vorbereitet werden.

Nierenfunktions-
szintigraphie

Bei diesem nuklearmedizinischen Verfahren wird ein Radiopharmakon in den Körper injiziert. Dieses wird über die Nieren aufgenommen und dann über die harnableitenden Wege wieder ausgeschieden. Eine Gammakamera kann diesen Weg der Strahlung sichtbar machen. So ist es möglich, die Funktion der Nieren und der Harnwege sichtbar zu machen und auf krankhafte Prozesse hin zu untersuchen.

Skelett-
szintigraphie

Dieses nuklearmedizinische Verfahren kommt zum Einsatz, wenn der Verdacht auf eine Metastasierung besteht. So kann die Ausbreitung der Tumorzellen in den Knochen bildgebend dargestellt werden. Dabei wird eine radioaktive Substanz (Radiopharmakon) in den Körper injiziert und anschließend deren Verbreitung im ganzen Körper mittels Gammakamera sichtbar gemacht. Bedingt durch den erhöhten Stoffwechsel von Knochenmetastasen, wird hier auch mehr von der Substanz eingelagert. Dies ist in der Aufnahme deutlich zu erkennen.

Ultraschall

Die Untersuchung mittels Ultraschall dient der Bestimmung von Organveränderungen bzw. auch der Restharnbestimmung. Mit modernsten Ultraschallgeräten sind wir in der Lage, die urologischen Organe, den harnbildenden wie harnableitenden Trakt genau zu untersuchen. Dazu zählen die Nieren, die Harnleiter, die Harnblase und die Prostata. Auch eine allgemeine Untersuchung des Bauchraumes ist mit dem Ultraschall sehr gut möglich. Durch die Untersuchung können pathologische Veränderungen frühzeitig erkannt und dann entsprechend weiter diagnostiziert und behandelt werden. Eine besondere Form des Ultraschalls ist der transrektale Ultraschall (TRUS). Hier wird eine spezielle Ultraschallsonde in den Enddarm des Patienten eingeführt. Auf diese Weise können Veränderungen der Prostata, wie insbesondere eine Vergrößerung, karzinomtypische oder altersbedingte Veränderungen sehr gut erkannt werden.

Tastuntersuchung

(Digital-rektale Untersuchung)

 

Über das Rektum werden die Prostata bzw. die Harnblase durch Abtasten mit dem Finger beurteilt. So können Veränderungen in Form und Größe, die auf eine Erkrankung hindeuten, erkannt werden.

Fusionsbiopsie

Die Gewebeentnahme der verdächtigen Zellen erfolgt unter Zuhilfenahme bildgebender Diagnostik. Dafür wird eine Ultraschallsonde transrektal (über den After) eingeführt und diese Bilder live mit den gewonnenen PET/MR- bzw. MRT-Daten fusioniert. So kann die Biopsie präzise durchgeführt und das Gewebe im Anschluss durch einen Pathologen auf seine Bösartigkeit (Grading) hin untersucht werden.

Uroflowmetrie

Diese Methode dient der Bestimmung von Harnentleerungsstörungen. Die Messung der ausgeschiedenen Menge an Urin pro Sekunde lässt Rückschlüsse auf Verengungen der Harnröhre bzw. eine Vergrößerung der Prostata zu.

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Was Sie bei unseren Beratungsgesprächen erwartet


In unserem Beratungsgespräch erwartet Sie ein eine offene Atmosphäre, in der Sie Ihre gesundheitlichen Beschwerden und Sorgen diskret besprechen können.

Nach der Schilderung Ihrer Symptome und Bedenken werden wir für eine möglichst genaue Anamnese gezielte Fragen stellen. Je nach Anlass des Beratungsgesprächs können eine körperliche Untersuchung oder weitere Tests für eine Diagnosesicherung erforderlich sein. Möglicherweise wünschen Sie jedoch auch nur eine umfassende Beratung und Erläuterung zu potenziellen Risiken und Vorteilen einer bestimmten Behandlung. Was auch immer Ihre Motivation für dieses Gespräch war: Unsere Ärzte nehmen sich für Ihre Fragen Zeit. Das Gespräch endet oft mit der Vereinbarung von weiteren Terminen – für die Diagnostik, Therapie oder schlicht zum Follow-up, um Ihre Gesundheit im Blick zu behalten oder zu verbessern.

Häufig gestellte Fragen

Wir haben für Sie einige der am häufigsten gestellten Fragen und Antworten zur Diagnostik und Therapie von Prostataerkrankungen zusammengestellt, damit Sie schnell und unkompliziert bereits Antworten auf die Ihnen am dringlichsten erscheinenden Fragen erhalten. Bei weiteren Fragen stehen wir natürlich gern zur Verfügung.

Wie kann ich Problemen mit der Prostata vorbeugen?
Es existiert kein universelles Patentrezept für die Erhaltung der Prostatagesundheit, jedoch gibt es einige Tipps, die möglicherweise unterstützend wirken können. Ein Beispiel hierfür ist die Ernährung. Es wird empfohlen, auf pflanzliche anstelle von tierischen Fetten zu setzen, viele Ballaststoffe aufzunehmen und einen maßvollen Fettverzehr zu praktizieren. Zudem gelten Phytoöstrogene (hormonähnliche Stoffe aus Pflanzen) und sekundäre Pflanzenstoffe, wie etwa Lycopin aus Tomaten, als förderlich für die Prostata. Ausreichende Bewegung und regelmäßiger Sport können sich ebenfalls positiv auswirken. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass diese Maßnahmen keinen absoluten Schutz vor Prostataerkrankungen bieten.

 

Woran erkenne ich, dass ich Probleme mit der Prostata habe?

Die meisten Männer werden auf Probleme mit der Prostata durch Veränderungen beim Wasserlassen aufmerksam, deren Ursache häufig mit einer vergrößerten Prostata einhergeht. Die Vergrößerung der Prostata erfolgt nicht von einem Tag auf den anderen, sondern eher schleichend. Anfangs manifestieren sich die Probleme mit der Prostata oft noch in milden Formen. Mit zunehmender Vergrößerung der Prostata nehmen jedoch auch die Beschwerden zu. Dazu gehören häufiger, stärkerer oder nächtlicher Harndrang, ein schwacher und unterbrochener Harnstrahl sowie Schwierigkeiten beim Beginnen des Wasserlassens. Es ist wichtig zu beachten, dass es neben einer vergrößerten Prostata auch andere Prostataerkrankungen wie Prostataentzündungen, Prostatasteine oder auch Prostatakrebs gibt, die ähnliche Beschwerden hervorrufen können. In jedem Fall ist es ratsam, bei auftretenden Symptomen einen Arzt aufzusuchen, um eine genaue Diagnose und entsprechende Behandlung zu erhalten.

Wie kann eine vergrößerte Prostata behandelt werden?

Für Männer, die unter einer vergrößerten Prostata leiden, stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Das übergeordnete Ziel ist dabei, die Prostata zu verkleinern und die damit verbundenen Symptome zu lindern. Die Wahl der Therapie hängt immer von den individuellen Beschwerden und dem Ausmaß der Prostatavergrößerung ab. Zu den möglichen Ansätzen zählen pflanzliche Präparate, medikamentöse Therapien sowie operative Verfahren wie die transurethrale Resektion der Prostata (TURP) und deren Varianten oder auch Laser-basierte Eingriffe. Mittlerweile existieren auch „schonende“ Methoden wie die Anwendung von Wasserdampf oder Wasserstrahlen, um die vergrößerte Prostata zu behandeln. Männer, die von einer Prostatavergrößerung betroffen sind, sollten stets mit ihrem Urologen oder ihrer Urologin besprechen, welche Behandlungsmethode in ihrem individuellen Fall am besten geeignet ist.

Woran erkenne ich Prostatakrebs?
Ein Tumor in der Prostata entwickelt sich in der Regel langsam und bleibt oft über lange Zeit symptomlos, was dazu führt, dass Frühwarnzeichen selten auftreten. Die Anzeichen manifestieren sich häufig erst, wenn der Prostatakrebs bereits fortgeschritten ist und einen gewissen Tumorwachstum erreicht hat. Dies führt dazu, dass der Tumor die Harnröhre einengt, da die Prostata den oberen Teil der Harnröhre umschließt. Die Schwierigkeiten beim Wasserlassen sind daher eine häufige Konsequenz.
Zusätzlich können die Symptome von Prostatakrebs denen einer gutartigen Prostatavergrößerung ähneln, insbesondere in Bezug auf Beschwerden beim Wasserlassen. In fortgeschrittenen Stadien können Blutungen während des Wasserlassens oder der Ejakulation auftreten. Einige Männer erleben auch Rückenschmerzen, vergleichbar mit einem Hexenschuss, da Knochenmetastasen typischerweise im Bereich der Wirbelsäule auftreten.
Es ist ratsam, dass Männer bei jeglichen auftretenden Symptomen ihre urologische Arztpraxis aufsuchen. Fachleute können eine genaue Diagnose stellen und klären, welche Ursache den Beschwerden zugrunde liegt.
Bei mir besteht der Verdacht auf ein Prostatakarzinom. Was nun?
Um die Diagnose Prostatakrebs zu sichern, ist eine Gewebeprobe (Prostatabiopsie) erforderlich, die anschließend von einem Pathologen oder einer Pathologin unter dem Mikroskop feingeweblich untersucht wird. Die Prostatabiopsie erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung, wodurch sie nahezu schmerzfrei ist.
Durch diese Gewebeprobe kann festgestellt werden, wie weit der Tumor fortgeschritten ist und wie aggressiv er ist. Um die Ausbreitung sicher beurteilen zu können, wird ihr Urologe eine mpMRT empfehlen. In besonderen Situationen mit einem erhöhten Risiko ist auch eine PSMA-PET/CT  indiziert, deren Informationen zur Lokalisation des Tumors und eventueller Absiedlungen für die sorgfältige Therapieplanung wichtig sind. Ein Beispiel hierfür ist die Überlegung, inwieweit ein nerven- und gefäßschonender sowie potenzerhaltender chirurgischer Eingriff durchgeführt werden kann.
Ich habe Angst vor einem chirurgischen Eingriff. Wäre die Strahlentherapie für mich eine Alternative?
In manchen Fällen können mit der Strahlentherapie ähnlich gute Ergebnisse erzielt werden wie mit einer Operation, insbesondere wenn ein Mann schwere Vorerkrankungen hat und ein erhöhtes Narkoserisiko besteht. In solchen Situationen ist die Strahlentherpie einer Operation vorzuziehen. Die individuellen Umstände und Gesundheitszustände des Patienten spielen eine entscheidende Rolle bei der Auswahl der am besten geeigneten Behandlungsoption für den Prostatakrebs.
Ich habe metastasierten Prostatakrebs. Welche Optionen habe ich?
Bei fortgeschrittenem Prostatakrebs mit Metastasen stellt die Hormontherapie eine effektive Behandlungsmöglichkeit dar. Diese Therapie zielt darauf ab, die Konzentration des männlichen Sexualhormons Testosteron zu senken, wodurch die Aktivität der meisten Knochenmetastasen erheblich reduziert wird. Gezielte Bestrahlung wird bei Knochenmetastasen angewendet, die das Risiko eines Knochenbruchs erhöhen können, insbesondere im Bereich der Wirbelkörper.
Zusätzlich werden Medikamente eingesetzt, die den Knochenstoffwechsel positiv beeinflussen und die Aktivität der meisten Knochenmetastasen erheblich verringern, um das Risiko von Knochenbrüchen zu senken. Nach erfolgter Hormon- und Chemotherapie können radioaktiv markierte Substanzen wie Lutetium-177-PSMA, die in den Körper eingeführt werden, helfen. Diese Substanzen reichern sich in den Metastasen an und reduzieren die Tumormasse.

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